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Am 28.10.2008 bekam ich diese Kolonie Crematogaster rogenhoferi

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26.11.2008

Die Kolonie kam bei mir an einem sehr kalten und stürmischen Tag an. Ich wusste zwar das bei der Lieferung ein HeatPack beilag, dennoch hatte ich etwas Angst um die Kolonie, da es nicht nur die Tiere selber sind die in einem RG verschickt werden, sondern ein intaktes “ ganzesKartonnest der Ameisen.

Als ich dann nach bangem warten endlich das Paket in den Händen hielt, kehrte bei mir wieder Ruhe ein und so öffnete ich das Paket behutsam.

Ich hatte nicht ganz den Deckel geöffnet, da kamen mir 5 - 10 Ameisen entgegen gelaufen und waren sichtliche aggressiv. Ich saugte sie mit einem RG-Sauger ein und wunderte mich schon an dieser Stelle, wie extrem sich die Ameisen festhalten konnten. Zwar hatte ich in diesem Moment nur meine kleine Taschenkamera, dennoch versuchte ich einigermaßen brauchbare Bilder von dieser Aktion hin zu bekommen. Nach viel Füllmaterial im Packet konnte ich dann das HeatPack und etwas später endlich das Nest sehen und war über die Größe sowie die Ameisenanzahl begeistert. Zwar rannten noch weiter 10 - 15 Ameisen außerhalb der Verpackung herum, aber nach ein paar tiefen Luftzügen waren alle in “ Sicherheit “. ;)

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Das Nest sowie alle Ameisen waren in einer augenscheinlich sehr guten Verpackung geliefert worden. Mir stelle sich die Frage, wie zum Geier diese Ameisen es schaffen konnten heraus zu kommen. Auch nach mehr Menütiger Betrachtung der Verpackung konnte ich keine Stelle finden, wo sie hätten entkommen können, dennoch taten sie es.

Nun begann ich mit meiner Freundin die Kolonie um zusetzten. Wir beide haben ca. eine Stunde dafür gebraucht. Eine große Plastikbox sollte erst einmal als Quarantänestation herhalten. Denn in einigen Berichten über diese Ameisenart, konnte ich schon über unerwünschte Tiere IN den Kartonnestern lesen. Dies wollte ich durch zwei Wochen beobachten zumindest etwas unter Kontrolle halten können.

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Die Handschuhe die wir beiden bei der Umsetzung anhatten, waren mit einer dünnen Schicht Pulver überzogen, es ist für Mensch und Tier ungefährlich und absolut ungiftig., da sie auch in der Allgemeinmedizin verwand werden oder bei Operationen an offenen Menschenkörpern. Dieses Pulver hilft einfach nur dabei die Ameisen besser “ abschütteln “ zu können ;)

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04.12.2008

Nach einer Weile hatten die Ameisen sich dann wieder beruhigt und zogen sich wieder in ihr Kartonnest zurück. Im “ Becken “ waren dennoch immer 200 - 300 Ameisen unterwegs, die auf der Suche nach Futter oder auch einer Ausbruchsmöglichkeit waren. Ich habe am Rand der Plastikbox eine ca. 5 cm breite ( oder hohe, je nachdem wie man es nimmer ) Sperre aus PTFE aufgetragen, die rundum verlief. Dennoch rannten von Zeit zu Zeit Ameisen dann doch oben auf dem Rand herum. Schon dort beschloss ich, einen Plexiglasdeckel auf die Box zu legen. Von diesem Zeitpunkt an war keine Ameise mehr ausgebrochen.

Da die Quarantänestation nun ihren Sinn und Zweck erfüllt hatte, wollte ich die Ameisen nun nochmals umsetzten, dann aber “ für immer “.

Bei meinem Haus und Hof Glaser ließ ich mir dann einige Glasplatten anfertigen, die ich selber zusammenklebte. Ich wollte mir eigentlich die Zeit genommen haben und über den Bau der Anlage eine Fotostory zu machen, hatte aber Unmengen andere Dinge noch zu erledigen und musste dies leider erst einmal verschieben.

Ich habe die beiden “ kleinen ” seitlichen Glasplatten ca. 5mm nach innen versetzt, um außerhalb einen Silikonnaht zu setzten. Warum ? Die Ameisen haben nun absolut keine Chance mehr, innerhalb der Anlage, an Silikon zu nagen. Bei normalen Glasbecken ist immer ein kleiner Wulst Silikon in den Ecken, hier haftet PTFE wirklich sehr schlecht und Ameisen könnten immer entkommen, falls man keinen Deckel auf der Anlage wünscht ( PTFE und Silikon vertragen sich nicht und liefern sich auf Molekularer Ebene eine böse Schlacht ;) ).

Das Glas Formicarium ist ( Breite x Höhe x Tiefe ) 89 x 40 x 35 cm groß. Der Deckel besteht aus einer 2 mm starken Plexiglasplatte mit zwei recht großen Luken für Futter oder z.B. Reinigungsarbeiten. Der Boden ist aus normalen Gips.

Die erste Fütterung war nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ich habe einen Deckel einer kleinen Heimchendose etwas “ glatter “ geschnippelt und ca. 25 ml Zuckerwasser eingefüllt. Was dann abging kann man mit Worten nicht alleine erklären, daher nun ein Video für euch.

Es waren weit über 1000 Arbeiterinnen die sich über das Futter hermachten. Nach nur wenigen Minuten war alles vorbei und alles war aufgefuttert. Wirklich eine beachtliche Vorstellung, die mir eine wirkliche Freude machte ! Die Ameisen waren so stürmisch, dass sie stellenweise Kopfüber in das Zuckerwasser gefallen waren. Es war nicht weiter schlimm, da die “ paar “ anderen Tiere so schnell gefressen hatte, dass die ” schwimmenden “ Tiere schnell wieder trocken lagen. Ich beschloss daher eine kleine Vogeltränke mit Watte zu versehen und ihnen damit das Zuckerwasser anzubieten .... ein Voller Erfolg !

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Das Kartonnest der Crematogaster rogenhoferi habe ich vorsichtig auf drei vorher ausgerichtete Äste gestellt ( NICHT gestochen ! ) und hoffte nun, dass sie die Äste nicht schlimm finden und sie versuchen um sie herum zu bauen. Das Kartonnest selber ist wirklich eine Augenweide für den Halter. Hier noch weite Bilder des Standes der Kolonie für euch.

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17.12.2008

Der Hunger dieser Ameisen ist enorm. Ich verfüttere im Moment pro Tag zwischen vier und 8 großen Heimchen. Lediglich nach der Geschwindigkeit, wie sie das Futter zerteilen und abtransportieren, kann ich einschätzen, wie viele Futtertiere ich nachreichen muss.

Ich persönlich finde eine kontinuierliche Fütterung besser, wie ihnen nur ein oder zwei mal die Woche etwas anzubieten, “ dann aber richtig “.

Ganze Mehlwürmer werden sofort aufgebissen, aufgeklappt und leergefressen ( wobei ich sagen muss, dass die harte Außenhaut ebenfalls ganze mit bei der Fütterung der Larven verwendet wird. Das zeigt schon die kräftig die Mandiblen dieser Ameisen sind.

Das Kartonnest macht in Punkto Wachstum einen sehr großen Fortschritt. Ich schätzte, dass sicherlich die hälfte des angebotenen Zuckerwassers für den Bau des Kartonnestes verwendet wird. Ich biete ihnen recht viel für den Bau an ... feiner Sand, grober Sand, Erde, Rindenstücke usw. usw ... dennoch bevorzugen sie einfache Watte für den Bau. Es kommt mir wirklich nicht ungelegen, da ich so sehr gut sehen kann, wo und wieviel die Tiere schon an ihrem Nest gewerkelt haben.

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14.01.2009

Nach dem sehr harten Winter hier am Niederrhein und bei Temperaturen bis zu Minus 16°C, ist selber mein Ameisenkeller sehr weit herunter gekühlt. Ich hatte richtig zu tun um die Temperaturen in den Formicarien über 22°C zu halten, mehr war nichtmehr drin.

Den Crematogaster hat es aber nicht viel ausgemacht. Sie wurden zwar träger und auch die Aktivitäten im Becken wurden weniger, als dann aber wieder Futter von mir angeboten wurde, wurde die Truppe wieder extrem munter.

Da ich auf der Anlage einen Plexiglasdeckel habe mit zwei größeren Öffnungen für die Fütterung oder auch für die Reinigung der Anlage ( Zusatz : Gereinigt habe ich das Becken noch nicht ! Bisher sehe ich dazu aber auch noch keinen Grund. ), kann sich der Geruch der Kolonie nicht mit der Luft des Aufstellraumes verdünnen oder vermischen. Wenn ich dann also mal einen dieser Deckel öffne, kommt mir ein sehr intensiver Geruch entgegen, der mich stark an das flüssige “ Suppengewürz “ Maggi erinnert. Aber es ist für mich persönlich keineswegs unangenehm.

Die Lust, ihr Kartonnest weiter auszubauen, reißt bei der Kolonie nicht ab. Die schon verbauten hellen Wattephasern die man zu beginn der Bauarbeiten sehr gut zu sehen waren, werden später grün oder auch bräunlich. Ich kann mir vorstellen, dass sie auch Teile der von mir angebotenen Humuserde im Nestbau mit einbezogen haben. Auch kann ich mir bei der Färbung an einigen Stellen des Nestes vorstellen, dass mehr Zuckerwasser in den Bau mit einfließt wie ich zu Anfang dachte.

Auch konnte ich freudiger Weise die erste Jungkönigin sehen, sie kam bei der letzten Verfütterung von zehn großen Heimchen, mit den Arbeiterinnen aus dem Nest, ging ganz langsam die Stämme herunter, setzte Kot ab ( oder auch eine chemische Spur ?!, ich weiß es nicht ) und ging wieder zurück in das Nest. Es sammelten sich rasch 80 - 100 Arbeiterinnen an dieser “ Hinterlassenschaft “ der Königin. Sie waren richtig verzaubert von diesem Geruch und verharrten dort sehr lange ohne sich weiter zu bewegen !

Als dann heute Abend das Licht ausging und es kühler wurde, wollte ich noch einmal nach ihnen schauen. Als ich das dann tat, sah ich mindestens 10 - 15 beflügelte Männchen ( Drohnen ) auf dem Kartonnest. Ich versuchte schnell meine Kamera fertig zu machen, doch leider verzogen sie sich nach wenigen Augenblicken wieder in ihr Nest. ...... das nächste mal werde ich aber Vorbereitet sein ;)

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21.01.2009

So, nun habe ich endlich einmal selber mitbekommen, wie schnell die Geschlechtstiere aus dem Nest heraus kommen und versuchen zu schwärmen.

Ich staunte nicht schlecht. als ich versuchte die Anzahl der zu sehenden Beflügelten Männchen und die der Jungköniginnen zu zählen. Mal sehr grob über den Daumen gepeilt, sah ich ca. 50 Männchen und ca. 10 Jungköniginnen. Also kann man sagen, dass das Verhältnis zwischen den beiden Geschlechtern bei Eins - zu - Fünf liegen könnte ( dies ist nur auf die Haltung DIESER hier gezeigten Kolonie bezogen ! ).

Ich habe mit einer Federpinzette sowie etwas Geduld zwei Männchen sowie zwei Jungköniginnen in getrennte RG`s umgesetzt, um bessere Bilder schießen zu können. Das ablichten der Tiere mit schlechtem Licht ist die eine Sache ... aber dann noch durch ein RG Glas UND noch steil von oben und dazu noch ohne Stativ, SOWIE auf Millimeterpapier ist nun wirklich recht schwierig wie ich fand :D !

Dabei ist mir aufgefallen, dass die Jungköniginnen sich in ihrer Größe kaum bis gar nicht unterscheiden. Bei den Männchen hingegen, ist ein Größenunterschied zu erkennen ! Die Größen der Männchen variieren zwischen drei bishin zu fünf Millimetern , wohlgemerkt bei den Exemplaren, die ich bisher gesehen habe!

Hier nun einige Bilder mit Millimeterpapier einer Jungkönigin. Bilder eines Männchens werden morgen folgen !

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